Die mir meist gestellte Frage! Wie vereinbar sind meine beiden doch sehr unterschiedlichen ‚Berufe‘‘? Ärztin und Bloggerin, die Kontraste könnten nicht unterschiedlicher sein. Welchen Herausforderungen und Gegnern ich mich manchmal täglich stellen muss und warum ich sage, dass diese Berufe gar nicht mal so unterschiedlich sind, erfahrt ihr heute!

Ich habe bereits Medizin studiert, als ich den Blog gestartet habe. In mir schlummerte schon lange das Bedürfnis mich kreativ auszuleben, mehr über Fotografie zu lernen und natürlich die Mode. Da es für meine Eltern damals hieß, Modejournalismus ist brotlose Kunst, habe ich mich dagegen entschieden und mein Interesse für die Medizin weiter verfolgt. Auch das war ein steiniger Weg, weil ich nicht direkt studieren konnte. In den letzten Jahren baute ich den Blog auf, Kooperationen, Reisen und Events wurden immer mehr. Neben dem Studium noch Redakteurin, Model, Creative Mind, Fotografin und Editor zu sein, erfordert ein gutes Zeitmanagement. Es ist nicht immer leicht gewesen, aber ich kann mit stolz behaupten, dass ich bisher beides ganz gut geschmissen habe!

Welchen Problemen habe ich mich als Ärztin und Bloggerin zu stellen?

Aber mein Blog hat leider nicht nur Freunde gefunden! Eine zeitlang fiel mir das zu akzeptieren schwer, mittlerweile ziehe ich mein Ding einfach durch. Während die meisten Freunde interessiert und begeistert mein Treiben bei Instagram und Co verfolgen, hat das Bloggen in der Familie wenig Begeisterung auslösen können. Besonders meine Eltern verstehen nicht ganz, was ich hier mache und warum. Bilder im Internet, sich stylen, sich selbst inszenieren – das ist das, was sie sehen und den Rest wollen sie einfach nicht verstehen. Die Diskussion darum habe ich aufgegeben, denn auch wenn die Sorgen begründet sein könnten, dass z.B. spätere Kollegen meine andere Tätigkeit als Angriffsfläche ausnutzen könnten, mache ich munter weiter. Ich will und werde mir diesen Ausgleich zu meinem teils sehr unbestimmten Arbeitsalltag im Krankenhaus nicht nehmen lassen. Dafür liebe ich zu sehr, das was ich mache und welche Möglichkeiten ich dadurch habe! Bewusst führe ich den Blog unter meinem Mädchennamen weiter. Mein neuer Name ist googlebar und führt nicht direkt zu meinem Blog. Ich finde, das ist ein wohl bedachter Schachzug von mir gewesen ;)! Im Krankhaus-Alltag gehe ich mit meinem Blog auch nicht hausieren, sondern versuche beide Tätigkeiten weitgehends voneinander zu trennen!

Neider wird es immer geben!

Genau hier sehe ich auch die Gemeinsamkeit der beiden Berufe. Beide Tätigkeiten sind meist Frauen-dominiert. Auch im Arztberuf gibt es Neid, Konkurrenzkampf und Missgunst. Der Wettlauf im Blogger-Business nach mehr Followern, mehr Likes und besseren Kooperationen entspricht in der Klinik dem Streben nach Erfolg, Ansehen und der besseren Position. Ein Team kann harmonisch sein, aber das habe ich in den mehr als 8 Jahren, die ich nun im Krankenhaus tätig bin, ob als Krankenschwester oder Studentin, nicht oft erlebt. Ebenso kann es in der Bloggerwelt gegenseitige Unterstützung geben oder vermehrt Missgunst. Meiner Meinung nach könnten beide Berufe mehr Respekt und eine gute Portion gegenseitigen Support vertragen. Sowohl als angehende Ärztin und auch als Bloggerin habe ich meinen Weg gefunden, damit umzugehen: Leben und leben lassen! Jedoch habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, andere genauso zu behandeln, wie ich selbst behandelt werden möchte! Damit fahre ich bisher sehr gut!

Welche Vorteile kann ich für mich daraus ziehen?

Das Blogger-Business ist oberflächlich, zahlenfokussiert und Freundschaften werden eher seltener geknüpft. Dennoch liebe ich die Mode, Fashion Weeks und beschäftige mich gerne mit den neuesten Trends. Ich habe mich mit den negativen Seiten dieser Bloggerwelt arrangiert, viel mehr akzeptiert und fokussiere mich auf die positiven Aspekte. Seit ich blogge habe ich tolle Projekte umsetzen dürfen, nette PR- Agenturen kennengelernt, Kolleginnen als Freunde dazu gewonnen und mich intensiv mit Marketing und Fotografie beschäftigt. All das motiviert mich jeden Tag, den Blog weiter zu führen. Weiterhin ist das Bloggen ein kreativer Ausgleich zu meinem Alltag im Krankenhaus. Hier kann ich mein eigener Chef sein! Gleichzeitig ist der Arztberuf der perfekte Gegenspieler zum eher oberflächlichen Bloggerleben. Ich bin jeden Tag mit kranken Menschen konfrontiert, beschäftige mich schwerwiegenden Erkrankungen und manchmal gibt es genau für die, keine Lösung mehr. Das erdet mich sehr und lehrt mich die wesentlichen Dinge im Leben mehr zu schätzen. Follower und Likes werden dann schnell zu einer Nichtigkeit!

Ich hoffe ich konnte Euch so einen anderen Einblick in mein Bloggerleben geben. Es ist nicht immer alles Gold was glänzt! Ich finde es wichtig, den richtigen Umgang mit den negativen Aspekten zu haben und vieles selbstreflektiert zu sehen. Im Endeffekt muss nur ich glücklich sein, mit dem was ich tue und auch wenn mich der fehlende Support eine zeitlang verletzt hat, kann ich drüber stehen und mit Freude das betrachten, was ich bisher geleistet habe!

Liebst, Eure Ena

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